Diagnostik
Stress lässt sich testen!
MARC WEITL |

Stress steht in einem schlechten Ruf. Er gilt als Krankheitsursache, als Belastung, als ein Gefühl, das es zu vermeiden gilt. Dabei kommt Stress in unserer Evolution eine wichtige Rolle zu. In Gefahrensituationen schüttet unser Körper Stresshormone aus, um uns auf die Situation vorzubereiten. Die Nachricht der Stresshormone lautet: Kampf oder Flucht. So konnten wir in Zeiten überleben, als hinter jedem Baum ein gefährliches Tier lauerte, das unser Leben bedrohte. Doch mittlerweile sind wir dem Stress nicht mehr hilflos ausgeliefert. Stress lässt sich messen – zum Beispiel anhand der individuellen Herzfrequenzvariabiliät und mittels einer Stoffwechselanalyse.

Wir kämpfen immer noch mit dem Säbelzahntiger

Das Problem ist, dass unser Körper evolutionsbiologisch immer noch so funktioniert wie vor vielen tausend Jahren. Der Säbelzahntiger ist schon lange ausgestorben, aber für unsere Organismen ist er noch lebendig. Wenn wir also zu spät in ein Meeting kommen, im Geschäftsbericht einen Fehler machen oder der Chef uns eine unvorhergesehene Aufgabe vorsetzt, wertet unser Körper dieses Signal ähnlich wie den Angriff eines Tieres. Er schüttet Stresshormone aus, Signal: Kampf oder Flucht.

Es gibt verschiedene Stressvermittler, zum Beispiel Adrenalin, das innerhalb von einer halben Minute die Muskelspannung, den Puls und den Blutdruck erhöht und den Körper
kampfbereit macht. Langsamer reagiert das Cortison, das nach ca. einer halben Stunde dem Körper Energie bereitstellt. Ein weiterer Vermittler ist das unwillkürliche vegetative Nervensystem, das ebenfalls den Blutdruck steuert.

In unserem Leben treten permanent Herausforderungen und Aufgaben an uns heran, bei denen wir einschätzen müssen, ob wir sie bewältigen können oder nicht. Sie wirken auf die vier Stressvermittler. Auch die Informationstechnologie bombardiert unser Hirn mit immer neuen Informationen, die ausgewertet werden sollen. Aufgaben werden komplexer, auch im hohen Alter sind wir gefordert, uns permanent an neue Bedingungen anzupassen. Dazu kommen häufige Störungen im Arbeitsprozess, Überstunden, Angst um den Job, mangelnde Anerkennung für unsere Leistungen und, und, und. Die Folge: Der Körper schüttet Adrenalin und Cortison aus, der Blutdruck wird erhöht, das vegetative Nervensystem läuft auf Hochtouren.

Für unsere Körper bedeutet das: Sie werden immerzu mit Stresshormonen überflutet und sind fortwährend in Alarmbereitschaft. Das führt zu extremem Druck, einer physischen und psychischen Belastung, die sich auf vielerlei Art äußern kann, etwa Rückenschmerzen, Burn-out, erhöhte Blutwerte, Schlaflosigkeit oder Depression. Die Weltgesundheitsorganisation wertet Stress deshalb als größtes Gesundheitsrisiko des 21. Jahrhunderts.

Stressprävention: Bewegung hilft

Die Crux ist, dass wir auf der einen Seite körperlich in ständiger Alarmbereitschaft sind, andererseits aber körperlich wenig in Bewegung. Der Körper braucht aber die Bewegung, um den Stress abzubauen. Er muss Flucht und Kampf simulieren können, um sich wieder zu entspannen. Sonst bleibt er im Anspannungszustand und verlernt es, sich zu entspannen.

Stresshormone abarbeiten, Adrenalin verbrennen, Muskelanspannung wieder entlasten, das geht am besten durch ein regelmäßiges Bewegungssprogramm. Das kann zum Beispiel damit anfangen, statt des Autos mal das Rad auf dem Weg zur Arbeit zu nehmen.

Wichtig ist aber auch das Wissen um den eigenen Stress-Level. Wer sich testen lässt und seine Herzfrequenzvariabiliät (HRV) und Körperzusammensetzung kennt, der weiß, wenn er in den roten Bereich kommt. So kann man rechtzeitig gegensteuern und ein effektives Bewegungsprogramm ausarbeiten.

Die gute Nachricht zum Schluss: Stress ist mit einfachen Mittel relativ leicht zu bekämpfen. Mit der Unterstützung eines geschulten Trainers und Testing-Programmen wie etwa vicoach lässt sich ein Programm ausarbeiten, mit dem man in relativ kurzer Zeit Stresssymptome effektiv reduzieren kann.

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