Diagnostik
Krafttraining als Anti-Aging-Mittel
HANNA PRIEBE |

Gezieltes Krafttraining, das auf validen Messdaten basiert, funktioniert - und ist das beste Anti-Aging-Mittel, das es gibt. Dass Bewegung nicht nur wichtig ist, um schlank, sondern auch jung zu bleiben, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Vielen Menschen ist jedoch unklar, dass Ausdauertraining allein nicht ausreicht. Warum? Das erklärt Dr. Marc Weitl in cardioscan Inside.

Dr. Marc WeitlWenn es um das Thema Anti-Aging geht plädierst du für Krafttraining im Studio. Warum?

Dr. Marc Weitl: Als Menschen neigen wir zu Bequemlichkeit. Darum glauben wir gerne, dass wir nur eine Pille nehmen müssen und alles ist gut. Doch wir müssen schon etwas Schweiß vergießen, wenn wir was für gesundes Altern tun wollen. Muskeltraining spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Menschen mit dicken Muskeln leben also länger?

Kann man so sagen. Selbst Übergewichtige, die über eine trainierte Muskulatur verfügen, weisen eine längere Lebensdauer auf. Anders gesagt: Besser man ist ein trainierter Übergewichtiger als ein untrainierter Hering.

Muskeln sind also wirklich entscheidend für ein effektives Anti-Aging-Programm. Und das wird meines Erachtens in vielen Programmen zu sehr vernachlässigt. Da schaut man zum Beispiel nur auf die Waage und misst das Körpergewicht. Das sagt aber nicht viel aus. Wichtig ist es, die Körperzusammensetzung zu kennen: Wie viel Muskelmasse habe ich? Wo liege ich im Vergleich zu meiner Altersklasse? Baue ich durch mein Trainingsprogramm auch wirklich Muskelmasse auf? Diese Fragen muss mir ein guter Trainer mit einem klaren Anti-Aging-Konzept beantworten können.

Also spielt für den Aufbau von Muskelmasse und damit für Anti-Aging auch eine detaillierte Messung der Körperdaten eine Rolle?

Selbstverständlich. Sonst ist es, als würde ich die ganze Zeit blind trainieren. Hier geht es aber um elementare Dinge im Leben: Ihr Alter und Ihre Gesundheit. Da muss man wissen, wo man steht und welche Auswirkungen die Dinge haben. Dafür sind gesundheitsmedizinische Testings da.

Wer einfach nur blind drauflos trainiert, kann sich sogar schaden, weil das Training zum Stress wird. Es geht um ein gutes Monitoring, wie beispielsweise des Stressindizes, und damit um Trainingskontrolle. Wer kontrolliert trainiert, der trainiert effektiv und der erreicht auch seine Fitnessziele ‒ zum Beispiel den Aufbau von Muskelmasse. Gesundes Altern ist kein Zufall. Es ist ein planbarer Prozess.

Anti-Aging mit Krafttraining

Muskulatur ist also ein Muss. Aber: Ab wann sollte man mit dem Training beginnen, um fürs Alter gewappnet zu sein?

Es ist nie zu früh und nie zu spät, um anzufangen. Hauptsache: Machen! Prinzipiell würde ich sagen, dass Training eine Lebenseinstellung ist. Ich trainiere seit meiner Kindheit und Jugend, fahre Rad, laufe, mache Krafteinheiten. Das gehört für mich zum Leben und ist für mich so selbstverständlich wie für andere Leute der Wocheneinkauf. Wissenschaftlich gesehen beginnt Sarkopenie, also der Muskelabbau, ab dem dreißigsten Lebensjahr. Biologisch geht es mit dir also jenseits der Dreißig bergab ‒ es sei denn du tust etwas dagegen.

Worauf sollte man beim Krafttraining als Anti-Aging-Maßnahme achten?

Ganz wichtig: Such dir ein gutes Studio. Wie gesagt: Es geht hier um deine Gesundheit, da solltest du wählerisch sein. Ein gutes Studio ist gesundheitsmedizinisch ausgerichtet. Es berät und begleitet seine Kunden umfassend. Das beginnt mit dem Eingangs-Check-up: Hier werden deine Körperdaten ausgelesen. Wie hoch ist dein Stresslevel? Wie gut funktioniert dein Stoffwechsel? Wie arbeitet dein Herz? Wie ist die Zusammensetzung deines Körpers? Wie hoch ist der Fettgehalt? Wie viel Muskeln hast du? Das alles muss mit dem Trainer geklärt werden. Dann erarbeitet er mit dir einen Trainingsplan. Idealerweise beinhaltet der Plan ausgewogen Kraft- und Ausdauereinheiten. 

Und dann geht´s fröhlich ans Hantelstemmen?

Ob Hanteln, Geräte oder auch gezielte Muskelaufbaukurse, das muss mit dem Trainer geklärt werden. Muskeln sind einfach ein Muss für Anti-Aging. Übrigens geht es hier bei weitem nicht nur um Muskelmasse und Kalorienverbrauch. Muskeltraining hat erwiesenermaßen viele positive Effekte: Es erhöht die Knochendichte und beugt Osteoporose vor. Es verbessert die Glucose-Aufnahmefähigkeit des Organismus und wirkt der Entwicklung der Diabetes entgegen. Es senkt den Blutdruck, den Cholesterinspiegel und erhöht die Darmaktivität, was wiederum das Darmkrebsrisiko senkt. Es fördert die Rückenmuskulatur und beugt somit Rückenbeschwerden vor. Die Liste der Vorteile ist lang ...

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