Ernährung
Warum ist es wichtig, den Insulinspiegel konstant zu halten?
JULIA WOMELSDORF |

Achterbahnfahren? Aber bitte nur auf der Kirmes!

Mit dem Blutzucker ist es im Grunde wie mit dem Achterbahnfahren: Machen wir es ab und zu, ist es eine spaßige Angelegenheit. Aber den ganzen Tag lang? Bitte nicht. Bei vielen Menschen fährt der Zucker im Blut aber Dauer-Achterbahn. Ergebnis: Heißhunger-Attacken, Müdigkeit, Energielosigkeit und Gewichtsschwankungen.

Schuld am Auf und Ab des Blutzuckers sind bestimmte Kohlenhydrate. Sie sind neben Fett und Eiweiß einer der drei wichtigen Nährstoffe für unseren Körper und bestehen aus Zucker. Dieser kann in einfacher oder komplexer Form vorliegen. Heißt konkret: Essen wir kohlenhydrathaltige Lebensmittel – wie beispielsweise Pasta, Pizza, Kartoffeln, Reis, Brot, Kuchen, Obst – sind sie ab Eintritt in die Blutbahn Zucker.

Die Folge: Der Blutzuckerspiegel schießt rapide nach oben und wir schütten Insulin aus, das die Bauchspeicheldrüse produziert hat. Insulin ist quasi der Türsteher, der den Zucker in die Zellen lässt, um den Zuckerspiegel im Blut wieder auf ein normales Niveau zu senken. Essen wir aber ständig Kohlenhydrate, ist der Zuckerwert dauerhaft erhöht – mit dauerhaften Folgen für unsere Gesundheit. Der Körper bekommt zu wenig Pausen, wir schütten ständig Insulin aus, entwickeln im schlimmsten Fall sogar eine Resistenz auf das Hormon. Bedeutet: Der Körper wird immer unempfindlicher für Insulin, der Zucker gelangt aus dem Blut nicht mehr in die Zellen, die erhöhten Werte zerstören systematisch unsere Gesundheit. Denn: Die sogenannte ‚Hyperglykämie‘(=Überzuckerung)  führt zu Diabetes, schädigt die Blutgefäße und erhöht dadurch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall.

insulinspiegel konstant halten

Tipps:

  • Insulinspiegel konstant halten, das heißt: Regelmäßig essen, zwischen 3 – maximal 5 Mahlzeiten am Tag und die Mengen ungefähr gleich halten.
  • Die Basis bilden Getränke, vorzugsweise Wasser, Kräutertees, verdünnte Frucht- oder Gemüsesäfte.
  • Komplexe Kohlenhydrate wie Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte bilden den Hauptanteil der Ernährung.
  • Obst am besten in Kombination mit protein- oder fetthaltigen Produkten, beispielsweise einem Früchtequark.
  • Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte sind lediglich eine Beilage zum Gemüse.
  • Hochwertige Fette und Öle verwenden, als Streichfett Butter oder feste Pflanzenfette wie Kokosfett nehmen.
  • Alkohol, Kaffee, Desserts, Zucker nur ab und zu genießen.
  • Zwischenmahlzeiten auf ein Minimum reduzieren. Als Snack sind Nüsse, Beeren, Reiswaffeln oder Dinkelcracker geeignet.

 

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